Die Kurzweil des Absurden

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"Gereizt." lautete das Motto des DS-Kurses der Q2 von Jörg Geßner, der die Theatersaison der Jacob-Grimm-Schule mit einer eindrucksvollen Szenencollage in Anlehnung an das absurde Theater abrundete.

Lesen Sie hier den vollständigen HNA-Artikel zur Inszenierung des Darstellendes-Spiel-Kurs von Jörg Geßner (Q2) vom 6.7.2016:

 

Die Kurzweil des Absurden
Schüler der Jacob-Grimm-Schule zeigten eine szenische Collage „gereizt“
VON KIRSTEN AMMERMÜLLER


gereizt 20160706 180209KASSEL. Der Kurs Darstellendes Spiel der Jacob-Grimm-Schule hat sich mit dem absurden Theater beschäftigt. Das Ergebnis, eine Szenencollage unter dem Titel „gereizt“, stellten die Schülerinnen und Schüler am Mittwochabend im Panoptikum vor. Schnell wird klar, dass absurdes Spiel ohne klare Handlung und Zeit nicht langweilig sein muss. Stuhl um Stuhl wird auf die Bühne gestellt. Offensichtlich ist für die Platzierung genaues Augenmaß erforderlich und doch werden die soeben ausgerichteten Stühle von den auftretenden Darstellerinnen und Darstellern direkt wieder in Beschlag genommen und an den Rand der Bühne gestellt - Sisyphos lässt grüßen. 

Strenge Choreografie

Daraus entwickelt sich eine Abfolge verschiedener Szenen, die einer strengen Choreografie, aber keiner bestimmten Handlung folgen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird mal  poetisch-literarisch, mal provokant, dann ironisch und skurril gestellt, ohne jedoch Antworten zu liefern. Die Intentionen sind die Freude am Schauspiel, in schnell wechselnder Abfolge in andere Rollen zu schlüpfen und dem Publikum die Kurzweil der Absurdität vor Augen zu führen. Ausgehend von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ und Albert Camus’ „Mythos des Sisyphos“ haben sich die Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellendes Spiel das absurde Theater erschlossen. Unter der Leitung von Jörg Geßner haben sie verschiedene Szenen aus Film, Theater und Literatur zusammengetragen und zu einer bunten Collage montiert. Wer im Publikum den Anspruch einer Interpretation fahren ließ, konnte sich zurücklehnen und das Spiel auf sich wirken lassen. Und so standen zum Schluss viele kleine Szenen nebeneinander, die sich auf wunderbare Weise zu einem Bild zusammenfügten.

HNA-Artikel vom 8.7.2016

Foto: Jörg Geßner