Big Band glänzt beim „Glas der Vernunft“

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BandStimmungsvoll und professionell – die Big Band der Jacob-Grimm-Schule machte ihrem Namen alle Ehre und präsentierte sich bei ihrem Auftritt beim „Glas der Vernunft“ im Kasseler Opernhaus mit einer großartigen Leistung. Dieses Jahr wurde der Kasseler Bürgerpreis, der mit 10000 Euro dotiert ist, an Edward Snowden verliehen. Dieser konnte nicht nach Deutschland einreisen, war aber aus Russland live zugeschaltet. Seine Entgegennahme des Preises – sichtlich gerührt per überdimensionale Videoleinwand – und seine Dankesrede erzeugten Gänsehautgefühl beim Publikum, das seinen Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit sowie seine Zivilcourage mit Standing Ovations ehrte.

GalsSo umstritten Snowden auch ist, Vorstand und Kuratorium der Gesellschaft der Freunde und Förderer des „Glas der Vernunft“ begründeten ihre Entscheidung damit, dass dieser mit seinen Enthüllungen über Datensammlungen amerikanischer Geheimdienste, die der demokratischen Kontrolle entzogen wurden, für eine deutlich gesteigerte Sensibilität bei den Bürgerinnen und Bürgern gesorgt habe und vielen Akteuren aus der Politik zum Nachdenken und Umdenken Anlass gegeben habe. Mit Mut, Kompetenz und Vernunft habe er eine Gewissensentscheidung getroffen und dabei sein bisheriges Leben und seine Sicherheit für eine größere Sache aufs Spiel gesetzt.Schlink

Sowohl der international bekannte Autor und Jurist Prof. Dr. Bernhard Schlink als auch der Journalist Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) dankten Snowdens Einsatz für Bürgerrechte, Transparenz und Demokratie mit eindringlichen und bewegenden Reden. Schlink erklärte, Snowden habe als „Whistleblower“ einen „monströsen Überwachungsstaat“ aufgedeckt.

PrantlPrantl warnte vor einer „digitalen Inquisition“. Snowden sei ein „Flüchtling, wie er im Buche steht“, denn er vereine zwei Problematiken des 21. Jahrhunderts: Das Problem des „gläsernen Menschen“ und dessen Rechte sowie die globale Flüchtlingsproblematik. Damit spannte er einen Bogen von bedenklichen nationalistischen Tendenzen über die Bedeutung der „Idee Europa“ bis hin zur Wichtigkeit der Integration von Zuwanderern in unserer Gesellschaft und des Einsatzes für Bürger- und Menschenrechte. Genau wie Snowden plädierte Prantl für Vernunft und Aufklärung, gegen die Angst, die gerade in Europa umgehe, und für einen liberalen, demokratischen Rechtsstaat.Preisübergabe

Das „Glas der Vernunft“ wartet nun im Kasseler Stadtmuseum darauf, dass Edward Snowden sich den Preis persönlich abholen kann. Dies sei eine Frage der politischen Haltung Deutschlands, wie Prantl in seiner Rede betonte.

Sänger und Band

 

 

Die Big Band der Heinrich-Schütz- und Jacob-Grimm-Schule begleitete die Veranstaltung mit drei sehr gut auf die Thematik abgestimmten Songs. „Things Ain't What They Used to Be” leitete die Veranstaltung ein, der Titel „Respect” zollte genau diesen dem Preisträger und der Titel „Live and Let Die“ rundete, gemeinsam gesungen von den Sängern Alexandra Ulner, Pauline Brämer und Fernando Morales, die Veranstaltung ab. Fast 1000 geladene Gäste waren beeindruckt von der souveränen Leistung der Schülerinnen und Schüler (Leitung: Bernd Trusheim, Rebecca Möller und Lisa Sommerfeld), die ihre Auftritte so bravourös absolvierten, als ständen sie jeden Tag auf der Bühne. Die nächste Einladung zu einem großen Event folgt bestimmt.

BläserVertreten war die JGS allerdings nicht nur durch die Big Band, auch die Schülerzeitung der Jacob-Grimm-Schule „Jacobs Blick“ hatte exklusive Pressekarten und durfte in einer der vorderen Reihen Platz nehmen. Darüber hinaus konnten acht SchülerInnen der Politik- und Wirtschaft-Leistungskurse am Kasseler Jugendsymposium einen Abend vorher teilnehmen, bei dem die Jugendlichen mit Bernhard Schlink und Heribert Prantl über das Thema „Zwischen Gewissensentscheidung und Rechtsbruch“ diskutieren konnten. Eindrücke werden in der nächsten Schülerzeitung zu lesen sein.

Fotos: Annabelle Weyer

Ausschnitte aus der Veranstaltung sind in der Nordhessen Rundschau vom 25.09.2016 zu sehen.