Viel Beifall für deutsch-polnisches Theaterprojekt

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Der Auftritt unseres deutsch-polnischen Theaterprojekts Anfang Februar bekam viel Beifall. Lesen Sie hier den HNA-Artikel vom 03.02.2018:

Aufbruchsjahr 1918. Deutsch-polnisches Schülertheater-Projekt in der JGS

Von Steve Kuberczyk-Stein


TänzerKASSEL. Zwei Länder – ein geschichtsträchtiges Jahr: 1918 wurde in Warschau ein unabhängiger polnischer Staat ausgerufen: die zweite polnische Republik. Frieden trat damit nur bedingt ein. Man denke an den Posener Aufstand, den polnisch-ukrainischen Krieg, die Aufstände in Oberschlesien. Auch für Deutschland bedeutete dieses Jahr einen Meilenstein in seiner Geschichte. Stichworte: Novemberrevolution, Weimarer Republik.
Für viele ist das Schnee von vorgestern. Für die Theaterproduktion bei der Kasseler (zumeist aus der Jacob-Grimm-Schule) und polnische Schüler aus Poznan (Posen) gemeinsam auf der Bühne stehen, das aktuelle Thema. Die Kulturfabrik Salzmann, Regionet Poznan und die JGS kooperieren schon seit bald zwanzig Jahren. Fast eine Woche haben die 50 Jugendlichen mit ihren Leitern – Jörg Geßner (Theater), Ede Müller (Musik), Wiesia Wojcik und Magda Marcinkowska (Tanz) – in Hofgeismar geprobt.
Am Donnerstag wurde vor knapp 100 Besuchern die überaus gelungene Premiere ihres Stückes „November (1918)“ in der Turnhalle der JGS gefeiert. Die ebenso dynamische wie berührende Inszenierung, in der die Texte in Deutsch, Englisch und Polnisch gesprochen werden, besticht durch eine gekonnte Vernetzung verschiedener Stimmungsfarben, durch enorm spielfreudige Schüler und durch intensive Atmosphäre. Mit erhobenen Fäusten wird da „eine Revolution“ gefordert, werden soziale Missstände, die Rolle der frühen Gewerkschaften und die folgenschwere Diskrepanz zwischen „Politik, Proleten und Moneten“ beleuchtet – mal humorvoll, mal ernsthaft. Für Betroffenheit unter den Besuchern sorgten Video-Sequenzen, die verängstigte Soldaten aus dem 1. Weltkrieg im Schützengräben zeigten. Auch die Abteilung Tanz berührte, zeigte mit viel Dynamik Bilder, die zwischen Unterdrückung und Befreiungsversuchen pendelten. Viel Zwischenbeifall gab es auch für die jungen Musiker, die mit Pop-Balladen, Marschliedern und starken Gesangsstimmen jeder Stimmung zusätzliche Tiefe verliehen.
Die Besucher bedankten sich mit lautstarkem, lang anhaltendem Beifall. Im Juni geht’s nach Posen. Sicher wird diese großartige Produktion auch dort gefeiert werden.

Fotos: Ede Müller

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