Riesenerfolge bei Jugend-forscht-Landeswettbewerb

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Team BiologieNach den herausragenden Ergebnissen des Regionalentscheids, bei dem sich fünf Teams mit Beteiligung von JGS-Schülern für den weiteren Wettbewerb qualifizierten, schnitten die Jugend-Forscht-Teams auch beim Landeswettbewerb hervorragend ab. Gleich drei Teams erreichten einen sensationellen ersten Platz und qualifizierten sich damit für den Bundeswettbewerb.
Jessica Grabowski, Annalena Bödiker und Felicia Walter holten mit ihren Forschungen zu dem Bitterstoff Phenylthiocarbamid (PTC) nicht nur den Landessieg im Fachgebiet Biologie, sondern erhielten auch einen der begehrten Sonderpreise und dürfen ein einwöchiges Forschungspraktikum am Forschungszentrum caesar Bonn absolvieren. Sie stellten fest, das nur kleine Unterschiede in der DNA dafür verantwortlich sind, ob wir Bitterstoffe schmecken oder nicht. Bislang waren nur „Schmecker“ und „Nicht-Schmecker“ bekannt. Die drei Schülerinnen aus Kassel beobachteten jedoch bei einem Selbsttest, dass je eine von ihnen PTC intensiv bitter, leicht bitter oder gar nicht schmeckte. Sie erforschten das Phänomen und entdeckten dabei die weitere, bislang unbekannte genetische Variante des „Halb-Schmeckers“. Ihre Ergebnisse könnten dazu beitragen, Fehl-Ernährung durch individuelle Ernährungsempfehlungen zu verhindern.
Team ChemieLena Kemper, Gyulten Mangova und Luisa Gagalik konnten sich durch ihren ersten Platz im Fachgebiet Chemie für den Bundesentscheid qualifizieren. Sie optimierten ein chemisches Verfahren, um winzige Nanopartikel aus Platin für Katalysatorbeschichtungen herzustellen. Mit einem Ofenrohr leiteten sie die Abgase eines Benzinrasenmähers über ihr selbst beschichtetes Katalysatorgitter und konnten durch Messen der Kohlenstoffmonoxid-Konzentration zeigen, dass ihr Modell deutlich wirksamer als industriell hergestellte Katalysatoren ist. Auch sie erhielten zusätzlich einen Geldpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
Laser SpeckleDer erste Platz im Fachgebiet Physik ging an Jannik Meyer (JGS), der gemeinsam mit seinen Partnern Jochan Brede (Engelsburg) und Tristan Brechtken (Herderschule) für ihre Forschungen zum Laser Speckle geehrt wurde. Sie untersuchten den Effekt, der durch Beugung und Interferenz von Licht der gleichen Wellenlänge entsteht, sowohl experimentell als auch mittels zahlreicher Simulationen. Dabei entwickelten sie eine Theorie, wie sich mit Speckles die Rauigkeit oder Struktur von Oberflächen bestimmen lässt. Auch eine Temperaturmessung mittels Laserflecken ist möglich. Eine Anwendung der Methode liegt in der zerstörungsfreien Prüfung von Werkstücken zur Qualitätssicherung.
Team PhotokatalysatorenEinen guten zweiten Platz im Fachgebiet Chemie gab es für das Team „Untersuchung von pi-Elektronensystemen“. Carsten Müller (JGS) und Benedikt Menges (Wilhelmsgymnasium) entwickelten mit einem Näherungsmodell ein Verfahren, mit dem man Lichtabsorptionseigenschaften eines Moleküls mathematisch beschreiben und somit einen Referenzwert für gemessene UV-Vis Spektren errechnen kann. Mit den erarbeiteten Formeln können Informationen über das pi-Elektronensystem gewonnen werden. Auch sie erhielten einen Sonderpreis und können sich über ein zweiwöchiges Praktikum an der TU Darmstadt freuen. Die Forschungspraktika sind sehr begehrt, da die Schüler während dieser von qualifizierten Wissenschaftlern betreut werden.
Team ArbeitsweltIm Bereich „Arbeitswelt“ wurde mit einem Geldpreis die Forschung von Tizian Zeibig (JGS) und Hendrik Meyer (Engelsburg) für ihre Forschungen im Gebiet der Kieferorthopädie vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik e.V. belohnt. Sie entwickelten eine numerische Simulation, mit deren Hilfe die Behandlung mit Ober- und Unterkieferdehnplatten für den Pateinten effizienter und effektiver gestaltet werden kann.
Somit qualifizierten sich sieben JGS-Schüler für den Bundesentscheid, vier Teams wurden mit Sonderpreisen prämiert. Nach diesen sensationellen Erfolgen heißt es Daumen drücken für den Bundesentscheid!
Bei einem Grimm Forum werden am 8. Mai um 19:00 Uhr alle zwölf Jugend-forscht-Teilnehmer unter dem Motto „Begeistern für Forschung“ ihre Arbeit vorstellen und ihre Freude an der Forschung sicher weitergeben können. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten geöffnet. Untermalt wird diese von funkigen Jazzklängen des Grimm Tentetts, die Cafeteria sorgt für das leibliche Wohl, der Eintritt ist frei.

Die Fotos stammen vom Regionalwettbewerb (Annabelle Weyer).