Glücksministerin an der JGS

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Was macht uns glücklich? Diese Frage stellten sich 22 Schülerinnen und Schüler der JGS gemeinsam mit dem Leiter der Glücks-AG Jan-Patrick Witte und der selbst ernannten Glücksministerin Gina Schöler während eines ganztägigen Glücks-Workshop an der Jacob-Grimm-Schule kurz vor den Herbstferien.

Lesen Sie hier den HNA-Artikel vom 26.10.2018: 

Sie zeigt Wege zum Glück

Selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler sprach mit Kasseler Schülern über mehr Zufriedenheit

von Christina Schröder
DSC 0052KASSEL. „Herzlich willkommen zum Glück“ steht in großen Buchstaben an der Tafel. Auf dem Boden liegen bunte Karten mit Sprüchen. Sprüchen wie „Sammle Momente, keine Dinge“, „Lebe dein Ändern“ oder „Auch ein schlechter Tag hat nur 24 Stunden“. 22 Schüler der Kasseler Jacob-Grimm-Schule sitzen im Stuhlkreis um diese Karten herum und sprechen über ihre Bedeutung. Unter ihnen ist Gina Schöler, Deutschlands selbst ernannte Glücksministerin.
Deutschland soll glücklicher und zufriedener werden. Das ist das Ziel, das sich Schöler gesetzt hat. Um das sogenannte Bruttonationalglück zu steigern, ist die 31-Jährige im ganzen Land unterwegs, gibt Workshops und hält Vorträge über etwas, das eigentlich nur jeder für sich selbst bestimmen kann: Glück. „Ich zeige niemanden, was richtig oder falsch ist, um glücklich zu werden. Vielmehr eröffne ich Raum, um darüber nachzudenken“, sagt Schöler.
Entstanden ist das „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“, dessen Homepage täuschend echt aussieht, aus einem Projekt Ende 2012 in Schölers Studium für Kommunikationsdesign. Als Vorbild diente das kleine Land Bhutan in Südasien. Nicht wirtschaftliches Wachstum misst den Wohlstand des Landes, sondern das Befinden der Menschen. „Wir wollten wissen, ob das nicht auch für Deutschland geht“, sagt Schöler. Die Reaktionen, die sie dabei erfahren habe, seien vor allem eins gewesen: emotional. „Die Menschen wollen über ihre Gefühle sprechen, und sie haben das Bedürfnis, etwas Positives zu erleben.
Redebedarf gibt es auch bei den Schülern der Jacob-Grimm-Schule (JGS). Stress und Druck in der Schule spielen eine immer größere Rolle im Leben der Jugendlichen, aber auch Erwartungen von Freunden und Eltern. Gemeinsam mit Schöler suchen sie Wege zum glücklich werden. Das können schon kleine Dinge im Leben sein. „Mir hilft es, fünf Minuten einfach mal nur zu atmen“, sagt ein Schüler. Ein Mädchen fügt hinzu: „Oder mal Nein zu sagen.“ Achtsamkeit für Glück und Zufriedenheit ist das große Stichwort. Deswegen gibt es auch seit fünf Jahren eine Glücks-AG an der JGS, und auch die Evangelische Jugend Kassel, die den Workshop mit der Glücksministerin organisiert hat, ist 2018 Glücksmomenten auf der Spur.
Symbolisch werfen die Schüler mit Schöler Dinge, die sie sich für ein glückliches Leben wünschen, in eine Erste-Hilfe-Box. Eine Clownsnase für eine gute Portion Humor landet etwa darin, ein Zauberstab, weil jeder selbst für sein Glück sorgen muss und nicht irgendeine gute Fee, Taschentücher, um auch mal Gefühlen freien Lauf zu lassen, eine Uhr für Zeit und zuletzt ein Notizblock. „Kritzelt ihn voll mit Sprüchen, Witzen und Gedanken und klebt den Zettel an den Laptop eurer Mutter, legt ihn auf den Schreibtisch eures Vaters oder gebt ihn euren Freunden“, motiviert Schöler die Jugendlichen. Denn Glück könne schon damit anfangen, anderen ein Lächeln zu schenken.

Hier finden Sie den Original-HNA-Artikel vom 26.10.2018.

Foto: Annabelle Weyer