JGS-Schüler befragen Landtagskandidaten

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DSC 0059Wie auch schon bei den Bundestagswahlen im letzten Jahr bereiteten JGS-Schüler, diesmal der Politik-und-Wirtschafts- sowie der Wirtschaftswissenschaften-Leistungskurs unter der Leitung von Kerstin Otto und Jenny Neuner in Zusammenarbeit mit der HNA eine Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten des Wahlkreises Kassel vor. Ausführlich beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Wahlprogrammen und konfrontierten die Politiker mit ihren gut durchdachten Fragen, am Ende konnten auch die rund 400 Schülerinnen und Schüler aus dem Publikum nachfragen, was rege genutzt wurde. Lesen Sie hier den HNA-Artikel über die Veranstaltung:

 

Politik stellte sich der Jugend
Beim HNA-Lesertreff befragten Schüler der Jacob-Grimm-Schule Landtagskandidaten
Von Christina Schröder

KASSEL. Bis auf den letzten Platz war die Sporthalle der Jacob-Grimm-Schule (JGS) gefüllt. Sogar auf die Bühne und den Boden setzten sich die rund 400 Schüler, um zu verfolgen, wie Mitschüler Kasseler Kandidaten für die hessische Landtagswahl mit überraschend scharfen Fragen löcherten. In kleinen Gruppen hatten sich die Schüler für den HNA-Lesertreff vorbereitet. Moderiert wurde die Diskussion von HNA-Redakteur Tibor Pézsa.


T. FELSTEHAUSEN (DIE LINKE)
Wie die Linke denn den Klimawandel verlangsamen wolle, obwohl es sich um ein globales Problem handelt? Felstehausen liefert nicht gleich konkrete Beispiele. Die Schüler lassen ihm das aber nicht durchgehen und bohren nach. Dann wird die Antwort konkreter. Die Verkehrssteuerung sei ein Mittel. Auch der ÖPNV-Ausbau.

PATRICK HARTMANN (SPD)
Es gibt zu wenig „kompetente Lehrkräfte“, formuliert ein Schüler seine Frage. Was die SPD tun wolle? Hartmann, der selbst Lehramt studiert hat, gibt eine kurze, aber klare Antwort: Es gelte, den Beruf des Lehrers wieder attraktiver zu machen, das fange schon mit den Studienbedingungen an und gehe mit den Verträgen und der Bezahlung weiter.

V. GRONEMANN (GRÜNE)
Innovationen habe die Grüne für den ÖPNV parat, das Seniorenticket solle eingeführt werden, danach auch ein Ticket für die Bürger. Gronemann wirkt entspannt, sie freue sich über den Rückenwind, den die Grüne derzeit erlebt. Auch beim Thema bezahlbarer Wohnraum für alle wolle die Grüne weitergehen, wie Gronemann sagt. „Die Mittel sind da.“

EVA KÜHNE-HÖRMANN (CDU)
Auf die Frage, wie sich das Stärken des Rechtsstaats mit verstärkter Videoüberwachung vereinen lasse, hat Kühne-Hörmann nicht nur eine Antwort parat. Die politik-erfahrene CDU-Chefin unterstreicht diese auch mit zwei Beispielen, in denen Täter anhand von Videoüberwachung gefasst werden konnten. Videoüberwachung sei nicht dazu da, Bürger zu überwachen, aber zum Opferschutz.

MANFRED MATTIS (AFD)
Er ermahnt die Schüler, nicht bei dem Thema Gewaltbereitschaft zu lachen, nachdem ein Schüler gefragt hat, wie es zusammenpasst, dass die AfD sich gegen Extremismus ausspricht, sich aber bei einer Demo in Chemnitz mit Pegida zusammenschloss. Das könne bei öffentlichen Veranstaltungen passieren, war Mattis’ Antwort. Er sehe da keinen Widerspruch. Ermahnt wird Mattis dann selbst von einem Schüler, weil er während der Diskussion auf seinem Smartphone tippt.

THORSTEN SCHNEIDER (FDP)
Seine Antwort auf die Frage, wie die Digitalisierung vorangetrieben werden könne, bleiben etwas vage. Punkten kann Schneider jedoch bei seiner Schlussrede, als er verzichtet, die Schüler dazu aufzurufen, die FDP zu wählen. Schneider ermutigt die Schüler, sich mit Politik zu beschäftigen und sich zu engagieren. Dafür erntet er lauten Applaus.

DIE SCHÜLER
„Die Diskussion hat mir gut gefallen. Wir haben die Kandidaten mit unseren Fragen überrascht“, sagt Lukas Joop. Es habe viele Antworten gegeben, mit denen man auch was anfangen kann, nur manchmal wurde zu viel Wissen vorausgesetzt, sagt der 18-Jährige. Schülerin Sarah Lorenzana fügt hinzu, sie habe nun kurz vor der Wahl einen Eindruck von den Kandidaten bekommen.

 Hier finden Sie den Original-Artikel vom 20.10.2018