Podiumsdiskussion zur Europawahl

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DSC 0007Anlässlich der Europawahl bereitete der Politik- und Wirtschaft-Leistungskurs von Kerstin Otto (Aufgabenfeldleiterin II an der JGS) eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen vor: Michael Roth, Bundestagsabgeordneter der SPD und Staatsminister für Europa, sowie Detlef Drewes, HNA-Auslandskorrespondent in Brüssel, kamen an die Jacob-Grimm-Schule, um mit den JGS-Schülern über die Zukunft Europas zu diskutieren. Lesen Sie hier den HNA-Artikel vom 14.5.2019:

Für sie ist Europa selbstverständlich
Schüler diskutierten mit Staatsminister Roth und EU-Korrespondent Drewes

Von MAELENE LINDGREN

Kassel – „Wir kennen Europa nur mit offenen Grenzen“, sagt Feline Hoffmann. Gemeinsam mit ihrem Mitschüler Lukas Joop und HNA-Redakteur Tibor Pézsa moderierte sie den HNA-Lesertreff, der gestern in der Sporthalle der Jacob-Grimm-Schule mit etwa 350 Schülern stattfand. Zu Gast: Michael Roth (SPD), Bundestagsabgeordneter und Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, sowie Detlef Drewes, HNA-Auslandskorrespondent in Brüssel. Souverän führten Joop und Hoffmann durch die Veranstaltung, unterstützt durch Fragen ihrer Mitschüler. Als ein Hauptthema bewegt der Brexit die Jugendlichen. „Was bedeutet der Brexit für meinen Alltag hier in Kassel?“, will eine Schülerin wissen. Drewes verweist auf die Studien- und Reisefreiheit in Europa. Auch könne der Brexit zu kurzfristigen medizinischen Versorgungsengpässen führen. Ob Deutschland dazu beigetragen habe, dass die Briten die EU verlassen wollen? „Wir haben eine Mitverantwortung“, sagt Michael Roth. „Die EU hat ein schlechtes Bild abgegeben.“ In der EU habe es laut Drewes an Reformbereitschaft gemangelt. DSC 0011Ein Schüler fragt, ob den Briten der Austritt so schwer wie möglich gemacht werden solle, um Nachahmer zu verhindern. „Wir sind nicht bereit, unsere Prinzipien aufzugeben. Wer eine Gemeinschaft verlässt, kann nicht im Nachhinein die Regeln ändern“, sagt Drewes, und Roth fügt hinzu: „Lasst sie doch einfach gehen, auch andere Länder wie Norwegen sind nicht in der EU.“ „Kann man Staaten aus der EU werfen, wenn sie sich nicht an gemeinsame Werte halten?“, fragt eine Schülerin. Roth: „Ja, aber es ist schwierig und keine Lösung.“ Seine Idee sei ein Grundwerte-TÜV, dem sich alle Länder unterziehen müssten. Angesprochen auf die Urheberrechtsreform, gibt Roth zu: „Ich bin euch gegenüber gescheitert. Ich war nicht in der Lage, Kollegen die Bedenken junger Menschen zu vermitteln.“ Die Jugendlichen sollten sich davon nicht entmutigen lassen, sondern sich weiter engagieren für das, was sie bewegt, empfiehlt Roth. „Kommt unser Protest zum Klimaschutz in Brüssel an?“, will eine Schülerin wissen. „Ja, Sie entfalten Druck“, sagt Drewes. Europa sei nicht nur wirtschaftlich verknüpft, sondern auch eine Wertegemeinschaft, sind sich Drewes und Roth einig. „Geht wählen, und wenn ihr noch nicht alt genug dazu seid, nervt die, die es sind“, sagt Drewes und ergänzt: „Europa ist nach wie vor ein Friedens- und Entwicklungsprojekt.“

Den ganzen Artikel sowie Stimmen unserer Schülerinnen und Schüler zur Europawahl finden Sie hier: HNA-Artikel zur Podiumsdiskussion

Fotos: Johannes Wöllenstein (E2)