Festakt zur Verabschiedung von Arnulf Hill

Veröffentlicht in Aktuelles

Zum Schuljahresende stand noch eine ganz besondere Veranstaltung an: die Verabschiedung unseres langjährigen Schulleiters in den Ruhestand. Wie bereits andere Veranstaltungen der vergangenen Wochen, war auch die Verabschiedung von Arnulf Hill geprägt von den derzeitigen durch die Corona-Pandemie gegebenen Bedingungen. Sichtbar war das z.B an der Sitzordnung mit Abstand und den Hygienevorkehrungen. Trotz dieser Äußerlichkeiten gelang es durch die unterhaltsame Moderation von Bernd Trusheim und Florian Brauer sowie die hochkarätige musikalische Gestaltung durch Adele W. Laurich (Violine), Nora Puquett (Saxophon), Hannah Stastny (Klavier) und Jan Luca Schmelzer (Klavier), einen Festakt zu gestalten, der einen würdigen Rahmen für die Verabschiedung unseres Schulleiters bot.

Die Grußworte von Dr. Thorsten Meyfahrt, den Vertreter*innen der SV Marieke Eichstädt, Jonathan Heinemann und Sarah Lorenzana, und durch den Personalrat der JGS, zeigten gewissermaßen eine Innensicht der Schulgemeinde auf den scheidenden Schulleiter, während die Grußworte von Dr. Ines Blumenstein als Leiterin der Heinrich-Schütz-Schule, Michael Jung, Leiter des Studienseminars für Gymnasien in Kassel sowie Gebriele Steinbach, Amtsleiterin des Amtes für Schule und Bildung der Stadt Kassel, einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Schulleiters jenseits des Schulgeländes gaben. 17 Jahre Tätigkeit als Schulleiter unserer Schule wurden so gewürdigt, bevor Sabine Schäfer, stellvertr. Leiterin des Staatlichen Schulamtes Kassel, Herrn Hill mit einer kreativen Rede im Krimi-Format in den Ruhestand verabschiedete und Herr Hill selbst noch einmal zu Wort kam.

Allen Beteiligten sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Gestaltung des Festaktes gedankt!

 DSC 0327

DSC 0330

Text und Fotos: Meike Bachmann

Lesen Sie im Folgenden das Portrait, welches anlässlich seiner Verabschiedung über Arnulf Hill in der HNA erschien:

 

Mittwoch, 01. Juli 2020, Hessische Allgemeine (Kassel-Mitte) / Kassel

Leiser Abschied nach 17 Jahren

Schulleiter Arnulf Hill verlässt das Oberstufengymnasium Jacob-Grimm-Schule
VON FABIAN BECKER UND CHRISTINA HEIN

Kassel – Ein guter Steuermann, standhaft, wetterfest, bedacht und mit einem stets guten Überblick, verlässt das Deck. Arnulf Hill verabschiedet sich mit Ende dieses Schuljahrs nach 17 Jahren als Schulleiter vom Oberstufengymnasium Jacob-Grimm-Schule (JGS).
Das passiert leise und coronabedingt ohne große Party. Aber das entspricht ohnehin dem ruhigen Wesen von Hill, dem Eitelkeiten und Showauftritte stets fernlagen. Er ist ein Pragmatiker, der seinen Job zuverlässig gemacht und im Hintergrund für den stabilen Rahmen gesorgt hatte, damit sich die Schüler entfalten können. „Wir fördern Neigungen, Talente und Kreativität“, heißt es dazu in den Statuten der Schule.
Der sachliche Hill, der Mathematik und Physik studiert hat, könne „den Naturwissenschaftler nicht verbergen“, hatte die HNA zu seiner Einführung 2003 geschrieben. Dagegen war es dem passionierten Modellflieger stets wichtig, dass seine Schüler tragfähige Flügel entwickeln, um nach der Schule selber gut fliegen zu können.
Dass die JGS für ihre besonders lebendige und politisch aktive Schülerschaft sowie anspruchsvolle Schülerzeitung bekannt ist, dürfte auch mit der Schulleitung zu tun haben. „Und einem großartigen Kollegium“, wie Hill betont. Bei ihm habe das kooperative Prinzip der offenen Tür geherrscht: für Kollegen, Eltern und Schüler.
Die Arbeit mit den Menschen sei ein Grund, warum Hill seinen Beruf in all den Jahren so gern gemacht habe. „Der freundschaftliche Umgang war schon etwas ganz Besonderes“, sagt er zum Schluss. Stolz war er immer dann, wenn sich Schüler der JGS auch über die Schule hinaus engagierten, zum Beispiel im Stadtschülerrat, bei Schulwettbewerben wie „Jugend forscht“ und bei den „Fridays-for-Future“-Demonstrationen. „Ungeachtet dessen, wie ich als Schulleiter dazu stehe, fand ich es immer gut, wenn Schüler für ihre Ideen und Überzeugungen eingetreten sind.“
Wichtig war ihm stets die gute Kooperation mit der Heinrich-Schütz-Schule, mit der nicht zuletzt in zahlreichen hochkarätigen Musikprojekten ein gemeinsamer Erfolgsweg beschritten wird.
Wie breit gefächert die JGS aufgestellt ist, zeigt ihr Engagement in internationalen Comenius-Projekten ebenso wie im jüngst errungenen ersten Platz beim Wirtschaftspreis econo-me. Mit ihrer Buntheit brillierte die Schule zu ihrem 150-jährigen Jubiläum, das im vergangenen Jahr gefeiert wurde.
Die Übergabe der Zeugnisse an den aktuellen Abiturjahrgang vergangene Woche auf dem Schulhof dürfte einer der letzten offiziellen Auftritte des heute 67-jährigen Pädagogen Hill gewesen sein.
Nach einer Tätigkeit als Vermögensberater war er in den Staatsdienst gestartet, zunächst als Lehrer für Mathe und Physik an der Gesamtschule in Bad Karlshafen mit Abordnung ans Oberstufengymnasium Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar, 1997 folgte die stellvertretende Leitung des Kasseler Wilhelmsgymnasiums.
Im Ruhestand will sich Hill, Vater von drei erwachsenen Söhnen, der mit seiner Frau in Hofgeismar wohnt, wieder seiner vernachlässigten Leidenschaft, dem Amateurfunk, widmen. Vermissen wird er, wie er sagt, „wahrscheinlich den ganz normalen Schulalltag“.