Die einsame Querflöte oder: Probenarbeit trotz Corona

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Seit den Sommerferien findet auch in unserer Schule wieder Regelbetrieb statt. Nach den Erfahrungen des Lockdowns im Frühjahr sind alle Beteiligten froh, dass der Unterricht fast wie gewohnt stattfinden kann. Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zum Betrieb vor Corona überschaubar und eher äußerlicher Natur - Masken, Desinfektion und Dauerlüften.
Das ist aber nicht für alle Bereiche unseres Schullebens wahr. Die strengen Auflagen des Hygieneplans erlauben den Musikgruppen wie Chor, Orchester und Bigband alles andere als einen Regelbetrieb. Einige Wochen lang fanden die Proben bei spätsommerlichem Wetter (zur Unterhaltung der Nachbarschaft) draußen statt. Mit den nun deutlich kühleren Temperaturen können die Proben nur noch drinnen stattfinden. - doch nun dürfen die Bläser nicht mehr mit proben. Auch die Chorproben können nur sehr eingeschränkt stattfinden.
Denn der Hygieneplan schreibt vor, dass in geschlossenen Räumen nur eine Person entweder singen oder ein Blasinstrument spielen darf. Das gilt z.B. auch für die Turnhalle, da die Verordnung keine Differenzierung nach der Raumgröße vorsieht. Also spielt das Orchester lediglich noch mit den Streichern, Schlagwerk und einer einsamen Querflöte. Der Chor wird in der Eingangshalle nicht singen, sondern lediglich mit geschlossenem Mund und Maske summen können. Für die Bigband bedeutet das eine Aufteilung in möglichst kleine Einheiten in so genannten Satzproben. Während die Rhythmusgruppe mit Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug normal arbeiten kann, darf in den Bläsersätzen von Saxophonen, Posaunen und Trompeten immer nur eine Person spielen und angeleitet werden, während die anderen zuhören und dabei hoffentlich möglichst viel mitlernen.
Was nach Jammern auf hohem Niveau einer kleinen Gruppe klingt, hat durchaus weiter greifende Konsequenzen: ob es in diesem Jahr das Konzertwochenende in der HSS, bei dem normalerweise an drei Terminen vor einer jeweils vollbesetzten Aula Arbeitsergebnisse der verschiedensten Gruppen vorgestellt werden, geben kann, weiß im Moment niemand. Möglicherweise wird der Termin verschoben, da auch der für die Probenarbeit ansonsten essentielle Workshop in Helmarshausen nicht stattfinden kann. Wann und in welcher Form ein „abgespecktes“ Programm umsetzbar ist, kann allenfalls spontan entschieden werden. Geprobt wird trotzdem, doch die Auswahl der Stücke ist aufwändig - sie müssen ggf von einem sehr kleinen Ensemble spielbar sein, vielleicht probt man auch, ohne dass es zur Aufführung kommt.
Mit den Konzerten steht ein großer Beitrag zum gemeinsamen Schulleben von HSS und JGS in diesem Jahr in Frage. Diese Einschnitte haben auch über das laufende Schuljahr hinaus Auswirkungen auf die Probenarbeit der Gruppen, da die Kontinuität innerhalb jeder Gruppe deutlich gestört wird.
Ebenfalls in den Sternen steht das internationale Bigband-Festival in Aarhus, das in diesem Jahr kurz vor dem geplanten Beginn abgesagt werden musste. Alles war vorbereitet für eine weitere großartige Begegnung mit unseren Freundinnen und Freunden aus Dänemark und Finnland, inklusive der Aufführung einer Komposition für drei Bigbands. Nun hoffen wir, dass der Ersatztermin für den Mai 2021 zu realisieren ist.
Mit kreativen Ideen wie zum Beispiel dem auf den Schulhof verlegten musikalischen Ferienbeginn mit der JGS Bigband vor den Herbstferien, wird versucht, die Situation aufzufangen. Unsere Devise: Nicht verzweifeln, sondern im Rahmen des Möglichen das Beste aus der Situation machen. Und uns darauf freuen, dass der Spuk irgendwann vorbei sein wird.

 

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Text und Bilder: Meike Bachmann